Anfang Juni hat FACEBOOK eine neue “Funktion” eingeführt – die Gesichtererkennung. Dieses Feature an sich ist nicht neues und auch schon lange in Software wie “PICASA” oder “iPHOTO” präsent. Nur kann man dort auswählen, ob man es bei Bedarf nutzen will und das wiederum “Offline” auf seinem heimischen PC.

Das Problem ist, das FACEBOOK die Änderung still und leise aktiviert hat und keinen direkten Hinweis darauf gibt. Die neue “Funktion” Option wird  standartmäßig bei allen Usern aktiviert – egal ob neu oder alt. Dazu kommt, dass das Tool tief in den FACEBOOK-Einstellungen versteckt ist und nicht einmal den Namen “Gesichterkennung” trägt.

Klar wird da im Prinzip auch nichts anderes getan, als beim Upload von neuen Photos. Auch ist es (momentan) nur auf den eigenen Freundeskreis eingeschränkt. Nur kann man sich nie sicher sein, dass es so bleiben wird. Meist ist das alles ein Schritt-für-Schritt-Vorgehen, bei dem im Laufe der Zeit immer mehr semantische und biometrische Daten angesammelt werden.

Am Ende ist man ja immer freiwillig bei FACEBOOK und kann selbst entscheiden, ob man dort hin möchte oder nicht. Aber das soziale Netzwerk könnte schon eher mal dem User Entscheidungen überlassen, anstatt sie unbewusst zu oktroyieren.

Prinzipiell stört mich, dass man bestimmte Dinge nur im nach hinein wieder löschen bzw. löschen lassen kann, nie aber von vornherein sagen kann: “das möchte ich nicht”. Dazu gehören bspw. Verlinkungen auf Bilder oder dass auf dem eigenen Profil / im Newsstream alle Aktivitäten “geloggt” werden und sei es nur vom kleinsten letzen Kommentar. Dort haben andere soziale Netzwerke ausnahmsweise mal “die Nase vorn”.

Vor allem jüngere Nutzer sind sich der Tragweite ihrer Daten und Aktivitäten im Netz nicht bewusst. Es ist ein simples Tool da, also wird es genutzt ohne Einstellungen zu überprüfen oder zu ändern.

Als Konsequenz der Kritik der letzten Wochen verweist FACEBOOK nun erstmals innerhalb des Netzwerks gut sichtbar auf die Möglichkeit, seine Sicherheitseinstellungen schnell und einfach anzupassen. Dies ist eine kleine Revolution, erscheint doch in aller Regel Werbung (Ads) am rechten Bildrand von FACEBOOK.

Facebook Sicherheit

Warum ist die Weitergabe von persönlichen Daten gefährlich? / „Ich habe doch nichts zu verbergen!“
Doch, jeder von uns hat etwas zu verbergen – und das ist auch gut so. Wenn nicht heute, dann möchte man in 5 Jahren bestimmte Sachen nicht mehr präsent haben.
Man weiß nicht wer, wann, wo und wofür die eigenen Daten verwendet. Außerdem wird die Kluft größer zwischen denen, die viele Informationen haben, und denen, die keine haben.
Freiheit ist nicht unbedingt, Rechte zu benutzen – sondern momentan hat man sie einfach. Nur merkt man das erst, wie so oft, wenn sie nicht mehr da ist.

Doch was kannst du tun?

FACEBOOK Einstellungen.

1. Klicke rechts oben auf Konto >> Privatsphäre-Einstellungen oder folge dem beschriebenen FACEBOOK Link.

2. dann Benutzerdefinierte Einstellungen

3. dann auf Einstellungen bearbeiten bei “Freunden Fotos von mir vorschlagen”

4. zuletzt die Einstellung von “Aktiviert” auf “Gesperrt” setzen und mit “OK” bestätigen.


Doch damit nicht genug, muss man noch, um bereits vorhandene Daten über Verknüpfungen zum Benutzerprofil löschen zu lassen, eine spezielle “Mail” an das FACEBOOK-Team senden.
Auf der Hilfe-Seite https://www.facebook.com/help/?page=1194
scrollt man ganz hinunter zu “Wie kann ich die Zusammenfassung der über mich für Markierungsvorschläge gespeicherten Informationen löschen?“,
klickt auf “uns kontaktieren” und bestätigt mit “OK“.

FACEBOOK Mail

Ein sehr aufwendiges Prozedere, wie man sieht. Ich würde mir von FACEBOOK wünschen, in Zukunft anders mit Neuerungen und “bewusster” mit Daten und Standarteinstellungen für die Benutzer des sozialen Netzwerkes umzugehen. Bei FACEBOOK tut sich auf Grund der letzten Kritik bereits einiges. Demnächst soll Ex US-Regierungssprecher Joe Lockhart die Öffentlichkeitsarbeit von FACEBOOK übernehmen. Zukünftig sollen elementare Änderungen der FACEBOOK-Funktionen vorab angekündigt werden. Lassen wir uns überraschen.

Sonst bleibt mir aus Knigge-Sicht nur zu sagen, immer wieder genau zu schauen was man eigentlich mit so einfachen und kleinen Klicks auslöst. Desweiteren ist es ratsam einmal die gesamten Privatsphäre-Einstellungen durchzugehen (wenn nicht schon lange getan), um zu schauen, was man preisgeben möchte und was nicht.

Ich bin selber ein reger FACEBOOK-Nutzer, nur der Unterschied liegt wie sooft im Detail. Dann kann man Mark Zuckerbergs Kreation auch weiterhin als optimales Tool zum Pflegen sozialer Kontakte nutzen.