Die Social-Media-Welt wird immer vielfältiger.

Social Media gibt es noch nicht sehr lange, und doch kommt es einem vor, als existierten Myspace und StudiVZ in grauer Vorzeit. Eine auf AllTwitter veröffentlichte Infografik beleuchtet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Social Media:

Das war die Vergangenheit von Social Media

Das war die Vergangenheit von Social Media. Quelle: AllTwitter

Neben Myspace werden auch Makeoutclub, Friendster und Bebo als ehemalige Giganten unter den sozialen Medien genannt, die heute schon längst nicht mehr tonangebend sind.

Die Gegenwart ist klar geprägt durch Facebook, Twitter, Google+ und LinkedIn – gerade der enorme Einfluss Facebooks wird deutlich, da 47% der US-Amerikaner Facebook als die Nummer 1 ihrer Kaufeinflüsse angeben. Dabei muss man fast sagen, dass hier noch einige der neuen, von Bildern lebenden Netzwerken fehlen: Instagram, Tumblr und Pinterest gehören zumindest unter Social-Media-affinen Nutzern schon fest zum Kreis der wichtigsten Netzwerke dazu. In Deutschland sieht die Sache auch etwas anders aus: Xing ist hierzulande noch ein Netzwerk, das man auf dem Schirm haben sollte.

Am interessantesten ist natürlich immer die Zukunft: Onlineadvertising und Instant Messaging sind die zwei Faktoren, die in der Infografik als besonders wichtige Aspekte des zukünftigen Social Media genannt werden. Der Erfolg von Netzwerken wie Whatsapp, Snapchat und Co. gibt dieser Vorhersage natürlich Recht: Der Rückzug ins Private ist tatsächlich schon jetzt deutlich als Trend zu erkennen. Das nimmt auch noch andere Formen an und zwar mit Anonymität: Apps wie Secret oder Whisper setzen darauf, dass Nutzer anonym eigene Geheimnisse oder Gerüchte verbreiten. Wer sie sieht, kann erfahren, wo die Nachricht abgeschickt wurde oder ob sie aus dem eigenen Freundeskreis kommt, aber nicht mehr.

Die Social-Media-Welt wird immer vielfältiger.

Die Social-Media-Welt wird immer vielfältiger.

Klar scheint zu sein: Social Media kommt in vielen verschiedenen Formen, und dieser Trend wird sich eher verstärken als abschwächen. Gegen ähnliche Konkurrenten hat Facebook sich durchgesetzt, die Funktionen ganz unterschiedlicher Netzwerke können weniger einfach durch den Giganten ersetzt werden. Und auch wenn Facebook mit großer Wahrscheinlichkeit das Bild von Social Media dominieren wird, so können andere Netzwerke nach wie vor Nutzermassen anziehen und glücklich machen. Auch Facebook selber bringt immer mehr Apps, die aus der eigentlichen Facebook-App ausgekoppelt sind, wie Messenger oder Paper. Inzwischen entwickeln sich sogar schon “anti-soziale” Apps, die einem helfen, bestimmte Leute zu vermeiden.

Ebenfalls steht fest, dass Onlineadvertising durch den generierten Umsatz seinen Teil zur Zukunft der gesamten Social-Media-Branche beiträgt. Die große Mehrheit der sozialen Netzwerke wird sich also vermutlich für Marketingzwecken nutzen lassen – und Guerilla Marketing bietet sich immer an. Für Marketer gilt in dieser sich wandelnden Umgebung der immer neuen, immer anderen Netzwerke:

  • Den Fokus nicht verlieren! Es ist wichtig, dass jedes Netzwerk ernstgenommen wird – doch nur weil ein neuen Hype entbrennt, sollte man nicht sofort alle etablierten Kanäle stehen und liegen lassen. Was sich bewährt, wird vermutlich nicht gleich untergehen, nur weil es ein neues Sternchen am Social-Media-Himmel gibt. Wie ein Untergang aussieht, haben ja auch einige Netzwerke aus der Kategorie “Vergangenheit” schon vorgemacht.
  • Neue Netzwerke, Messengers und Apps im Blick haben und auf Potenziale untersuchen. Durch die Vielfalt an Social Media wird es immer wahrscheinlicher, dass die meisten Netzwerke nicht gerade hervorragend zur Marke passen – wie auch in der Infografik aufgeführt ist, beschränken Messenger die Möglichkeit für Marketer, mit Kunden in Kontakt zu treten erst einmal. Andererseits wird es aber auch einige geben, auf denen sich die Markenbotschaft sehr gut umsetzten lässt. Mashable zeigt hier Beispiele, wie einige Marken Snapchat effektiv für sich nutzen konnten.
  • Die Stärken eines Netzwerkes nutzen. Wenn sich die Stärken einer Plattform dazu eignen, das Unternehmen mit seinem Claim gut darzustellen oder das Netzwerk , dann lohnt sich ein Engagement. Ergänzen sich Plattform und Marke nicht ganz so einfach, dann sollte sich ein Unternehmen lieber auf bestehende und funktionierende Kanäle konzentrieren.